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  • Christen für die Stadt

Worte der Woche #1

Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir. Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht. Bei dir ist die Hilfe, bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich." (Dietrich Bonhoeffer)


Dieses Taizé-Lied, das ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer vertont, hat mir in den letzten Wochen geholfen, immer wieder meine innere Ruhe in dieser schweren Zeit angesichts der Covid-19-Pandemie zu finden. Das Lied erinnert mich ständig daran, dass Gott mich und die Welt angesichts dieses Leids nie verlässt oder vergisst. Er steht uns treu bei. In meiner ökumenischen Erfahrung habe ich verschiedene Formen von Frömmigkeit kennengelernt. Eine davon ist die Taizé-Andacht. Während dieser Corona-Zeit habe ich sie wieder entdeckt. Es tut mir gut, jeden Abend mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Sprachen gemeinsamen virtuell mit den Taizé-Brüdern zu singen und beten (Taizégebete live oder zum nachhören auf www.fb.com/taize). Wenn man mehrere Woche zu Hause bleiben muss und keinen Gottesdienst besuchen durfte, gibt diese virtuelle Gemeinschaft mit Geschwistern aus allen Teilen der Welt ein starkes Zeichen und Vertrauen, dass man NIE allein ist, diese schwere Zeit zu ertragen. Angesichts der vielen Covid-19-Toten in der Welt habe ich das Gefühl, dass ich die Wege Gottes nicht verstehe. Das Gebet von Dietrich Bonhoeffer in diesem Lied ist für mich wie der Schrei Jesu am Kreuz „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“? Dieses Nicht-Verstehen der Wege Gottes und die Gottes-Verlassenheit sind mir reale Glaubenserfahrung geworden. Von dem Licht von Ostern und der Kraft des Auferstandenen bin ich in dieser Zeit – auch in meiner Traurigkeit, meinen Ängsten und Zweifeln – getragen und gestärkt.

Pfrin. Aguswati (Ati) Hildebrandt Rambe


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